Gastro-Website mit Online-Reservierung
Was eine Restaurant-Website braucht: Speisekarte, Reservierung, Google-Profil und die Fehler die fast jeder macht.
Die Realität der Gastro-Websuche
Samstag, 18:30 Uhr. „Restaurant italienisch in der Nähe." Google Maps zeigt 8 Treffer. Der Gast klickt auf das mit den besten Bewertungen. Website öffnen: Speisekarte? Ja. Reservierung? Direkt online? Perfekt. Gebucht.
Nächstes Restaurant: Website lädt 5 Sekunden. Speisekarte als PDF-Download. Reservierung? „Bitte rufen Sie an." Um 18:30 am Samstag, wenn die Küche auf Hochtouren läuft? Nein danke.
So einfach ist das. Und so viele Restaurants verlieren genau dort ihre Gäste.
Was eine Gastro-Website braucht
1. Speisekarte (online, nicht als PDF)
Das ist der mit Abstand meistgesuchte Inhalt. Und er muss SOFORT sichtbar sein — nicht hinter einem PDF-Download versteckt.
Warum kein PDF? - Lädt langsam auf dem Handy - Lässt sich nicht zoomen ohne zu scrollen - Wird von Google nicht gut indexiert - Kann nicht aktualisiert werden ohne neues PDF
Die Speisekarte gehört als HTML-Seite auf die Website. Kategorisiert, mit Preisen, mit Allergen-Kennzeichnung (ist Pflicht seit LMIV).
2. Online-Reservierung
Telefon ist gut. Online-Reservierung ist besser. Warum? Weil 60% der Reservierungen außerhalb der Öffnungszeiten gemacht werden — abends, am Wochenende, spontan.
| Reservierungstool | Kosten | Besonderheit |
|---|---|---|
| OpenTable | Provision pro Gast | Große Reichweite |
| TheFork (Tripadvisor) | Provision pro Gast | Bewertungsplattform integriert |
| resmio | ab 29 EUR/Monat | Deutsch, keine Provision |
| Quandoo | Provision pro Gast | Beliebt in Großstädten |
| Google Reserve | Kostenlos | Direkt in Google Maps buchbar |
| Eigenes System | Einmalkosten | Keine Provision, volle Kontrolle |
3. Öffnungszeiten und Adresse
Klingt banal? Die häufigste Beschwerde bei Gastro-Websites: „Ich musste 3 Klicks machen um die Öffnungszeiten zu finden." Header oder Footer. Immer sichtbar. Auf Mobile: Telefonnummer klickbar, Adresse mit Google-Maps-Link. Warum Mobile First gerade für Gastro unverzichtbar ist, vertieft unser Ratgeber.
4. Fotos die Appetit machen
Essen wird mit den Augen gegessen — auch online. Gute Food-Fotos sind der Unterschied zwischen „Da will ich hin" und „Naja, mal schauen." Keine Stock-Fotos. Echtes Essen, echtes Ambiente.
5. Google My Business (der wichtigste Kanal)
80% der Gastro-Suchen passieren auf Google Maps, nicht auf deiner Website. Dein Google-Profil muss perfekt sein: - Aktuelle Öffnungszeiten (auch Feiertage!) - Speisekarte hochladen - Fotos regelmäßig aktualisieren - Auf JEDE Bewertung antworten - Reservierungslink hinterlegen
Die häufigsten Fehler
Fehler 1: Flashy Intro-Seite
Kein Mensch will eine animierte Startseite mit Hintergrundmusik. Der Gast will Speisekarte und Reservierung — sofort. Jeder Klick der dazwischen liegt, ist ein verlorener Gast.
Fehler 2: Speisekarte als Bild oder PDF
Ein Foto der gedruckten Speisekarte hochladen ist keine digitale Speisekarte. Es ist ein schlechtes Foto. Google kann es nicht lesen, der Gast kann es auf dem Handy nicht lesen, und du kannst es nicht einfach aktualisieren.
Fehler 3: Keine Preise online
„Preise auf Anfrage" bei einem Restaurant? Das wirkt entweder teuer oder unseriös. Gäste wollen vor der Reservierung wissen, in welcher Preisklasse sie sich bewegen.
Fehler 4: Veraltete Informationen
Speisekarte vom letzten Sommer. Öffnungszeiten die seit der Corona-Pause nicht aktualisiert wurden. Veranstaltungen von 2024. Nichts zerstört Vertrauen schneller als veraltete Informationen.
Fehler 5: Kein Hinweis auf Allergene
Die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) verpflichtet dich, die 14 Hauptallergene bei jedem Gericht zu kennzeichnen — auch online. Fehlt das, ist es nicht nur unprofessionell, sondern ein Rechtsverstoß.
SEO für Restaurants
Lokales SEO ist für Gastro überlebenswichtig — unser Ratgeber Online sichtbar werden ohne Werbebudget zeigt die Grundlagen. Die gute Nachricht: Du brauchst nur 3 Dinge richtig zu machen.
1. Google My Business perfekt pflegen (80% der lokalen Sichtbarkeit)
2. Bewertungen sammeln — mehr Bewertungen = höheres Ranking in Maps - Nach dem Essen QR-Code auf den Tisch → „Bewerten Sie uns auf Google" - Auf jede Bewertung antworten — auch auf negative (sachlich, lösungsorientiert)
3. Website mit lokalen Keywords - Title: „Ristorante La Piazza — Italienisches Restaurant in Kamenz" - Nicht: „Willkommen auf unserer Website"
Events und Aktionen
Dein Wochenmenü, die Weinprobe am Freitag, die geschlossene Gesellschaft — das gehört auf die Website. Und zwar aktuell. Ein „Events"-Bereich der seit 6 Monaten leer ist, wirkt tot.
Besser: Regelmäßig aktualisieren oder automatisch ausblenden wenn kein Event ansteht.
Kostenübersicht
| Variante | Kosten | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Google My Business optimieren | 0 EUR | 80% der Wirkung, sofort |
| Baukasten (Jimdo, Wix) | 200–500 EUR | Template, Speisekarte, Basis-Reservierung |
| WordPress + Gastro-Theme | 1.000–3.000 EUR | Individuell, SEO, Online-Reservierung |
| Professionelle Gastro-Website | 2.000–6.000 EUR | Maßgeschneidert, Food-Fotografie inkl. |
| + Reservierungssystem | 0–50 EUR/Monat | resmio, Quandoo oder eigenes |
Die 80/20-Regel für Gastro-Websites
Wenn du nur 3 Dinge machst, mach diese:
- Google My Business — perfekt ausgefüllt, Fotos, Öffnungszeiten, Bewertungen
- Speisekarte online — als HTML, nicht PDF, mit Preisen und Allergenen
- Reservierung online — resmio, Google Reserve oder Kontaktformular (Minimum)
Das kostet fast nichts und bringt mehr als die schönste Website die niemand findet.
Fazit
Wie jede Firmenwebsite muss auch eine Restaurant-Website nicht aufwändig sein. Sie muss die drei Fragen beantworten die jeder Gast hat: Was gibt es? Was kostet es? Kann ich einen Tisch reservieren? Wer das in 10 Sekunden beantwortet, gewinnt den Gast.
Deine Website muss nicht preisgekrönt sein. Sie muss hungrig machen und das Reservieren einfach.
Fragen zu diesem Thema?
Kontakt aufnehmen