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Website-Inhalte selbst pflegen — worauf achten?

Wie du deine Website-Texte, Bilder und Seiten selbst aktualisierst — ohne Entwickler, ohne Angst.

Warum Selbstpflege wichtig ist

Deine Website ist kein Denkmal. Sie muss leben — neue Referenzen, aktualisierte Öffnungszeiten, ein neuer Blogartikel, geänderte Preise. Wenn du für jede Textänderung eine Agentur anrufen musst, passieren zwei Dinge:

  1. Es kostet jedes Mal 50–150 EUR
  2. Du änderst es irgendwann gar nicht mehr

Das Ergebnis: Eine Website die veraltet. „Frohe Weihnachten 2024" steht im März noch auf der Startseite. Nicht weil du faul bist — sondern weil die Hürde zu hoch ist.

Was du selbst können solltest (und was nicht)

Selbst machen

  • Texte ändern — Tippfehler korrigieren, Beschreibungen aktualisieren, Preise anpassen
  • Bilder tauschen — Neues Team-Foto, neues Projektergebnis, Saison-Bild
  • Seiten erstellen — Neue Leistungsseite, Blogartikel, Stellenanzeige
  • Formulare anpassen — Neues Feld hinzufügen, Betreff ändern
  • SEO-Basics — Seitentitel, Meta-Description, Alt-Texte für Bilder

Agentur/Entwickler beauftragen

  • Strukturelle Änderungen — Neue Navigation, neuer Seitentyp, neue Funktionen
  • Design-Änderungen — Farben, Schriften, Layout-Änderungen
  • Technische Updates — CMS-Updates, Plugin-Updates, Sicherheitspatches
  • Performance-Optimierung — Caching, Bildoptimierung, Code-Cleanup
  • Komplexe Integrationen — Buchungssystem anbinden, API-Verknüpfungen

Wie der Ablauf mit einer Agentur typischerweise aussieht, beschreibt unser separater Ratgeber.

Worauf du beim CMS achten solltest

Nicht jedes CMS ist gleich benutzerfreundlich — unser CMS-Vergleich zeigt die Unterschiede. Bevor du dich festlegst, teste:

1. Kann ich Texte im visuellen Editor bearbeiten?

Du solltest sehen, wie die Seite aussieht, während du den Text änderst. Kein HTML, kein Code, kein Rätselraten. Was du siehst ist was du bekommst (WYSIWYG).

2. Wie lade ich Bilder hoch?

Drag & Drop sollte Standard sein. Bilder sollten automatisch in der richtigen Größe angezeigt werden — du willst kein 4.000-Pixel-Foto manuell zuschneiden müssen.

3. Kann ich Seiten duplizieren?

Wenn du eine neue Leistungsseite erstellst, willst du nicht bei null anfangen. Die bestehende Seite kopieren und anpassen ist 10x schneller.

4. Gibt es eine Vorschau?

Vor dem Veröffentlichen sehen, wie es aussieht — auf Desktop und Mobile. Ohne live zu gehen und dann zu merken, dass das Bild verrutscht ist.

5. Kann ich rückgängig machen?

Versionshistorie. Wenn du versehentlich die halbe Startseite löschst, willst du zum Stand von gestern zurückkehren können.

Bilder richtig pflegen

Bilder sind der häufigste Stolperstein bei der Selbstpflege. Hier die wichtigsten Regeln:

Regel Warum
Max. 200 KB pro Bild Größere Bilder = langsame Ladezeit
Moderne Formate (WebP, AVIF) 30–50% kleiner als JPEG bei gleicher Qualität
Sinnvolle Dateinamen team-foto-2026.jpg statt IMG_4382.jpg (hilft SEO)
Alt-Texte setzen Beschreibung für Suchmaschinen und Barrierefreiheit
Richtige Proportionen Bild sollte zum vorgesehenen Platz passen, nicht verzerrt werden

Bilder verkleinern — kostenlose Tools

  • TinyPNG (tinypng.com) — Komprimiert PNG und JPEG, behält Qualität
  • Squoosh (squoosh.app) — Google-Tool, alle Formate, Vorher-Nachher-Vergleich
  • BIRME (birme.net) — Batch-Resize für mehrere Bilder gleichzeitig

SEO-Basics bei der Content-Pflege

Jede Seite die du erstellst oder änderst, sollte diese SEO-Checkliste erfüllen:

Seitentitel (Title Tag)

  • Max. 60 Zeichen
  • Keyword am Anfang
  • Einzigartig pro Seite
  • Beispiel: „Webdesign für Handwerker — [Firmenname]"

Meta-Description

  • Max. 155 Zeichen
  • Kurze Zusammenfassung die zum Klicken einlädt
  • Wird in Google-Suchergebnissen angezeigt

Überschriften-Hierarchie

  • H1 = Hauptüberschrift (nur einmal pro Seite)
  • H2 = Abschnittsüberschriften
  • H3 = Unterabschnitte
  • Nicht: H1 → H4 (Ebenen nicht überspringen)

Alt-Texte für Bilder

  • Beschreibe was auf dem Bild zu sehen ist
  • „Team-Meeting in unserem Büro" statt „Bild" oder leer
  • Hilft blinden Nutzern und Google gleichermaßen

Interne Verlinkung

  • Verlinke von neuen Seiten auf bestehende relevante Seiten
  • Und umgekehrt: Aktualisiere alte Seiten mit Links zum neuen Content

Die häufigsten Content-Fehler

Fehler 1: Textwüsten

Ein Absatz mit 500 Wörtern ohne Zwischenüberschrift. Online liest niemand Fließtext. Kurze Absätze (2–4 Sätze), viele Zwischenüberschriften, Bullet Points wo möglich.

Fehler 2: Stock-Fotos die man sofort erkennt

Der lächelnde Geschäftsmann mit Headset. Die diverse Gruppe am Whiteboard. Jeder kennt diese Bilder — und sie zerstören Authentizität. Lieber ein echtes, nicht perfektes Foto als ein künstliches Stock-Foto.

Fehler 3: Seiten nie löschen

Alte Stellenanzeigen, abgelaufene Aktionen, Leistungen die du nicht mehr anbietest. Tote Seiten schaden deinem SEO und verwirren Besucher. Löschen (mit 301-Redirect auf passende Seite) oder aktualisieren.

Fehler 4: Alles auf die Startseite

Neue Aktion? → Auf die Startseite. Neues Teammitglied? → Auf die Startseite. Neues Produkt? → Startseite. Deine Startseite ist kein Schwarzes Brett. Sie soll Orientierung geben, nicht alles auf einmal zeigen.

Fehler 5: Content-Pflege aufschieben

„Ich mach das nächste Woche." Die gefährlichsten Worte im Content-Management. Kleine Änderungen regelmäßig sind besser als große Überarbeitungen alle 6 Monate.

Rhythmus entwickeln

Die meisten Websites profitieren von einem einfachen Pflege-Rhythmus:

Frequenz Was tun
Wöchentlich Nachrichten/Blog prüfen, Aktuelles posten
Monatlich Leistungsseiten prüfen, Bilder aktualisieren
Quartalsweise SEO-Check (Rankings, Suchbegriffe), Content-Audit
Jährlich Große Überarbeitung, Referenzen aktualisieren, Design prüfen

Du brauchst keinen Content-Manager. 30 Minuten pro Woche reichen für eine aktuelle, gepflegte Website.

Fazit

Deine Website selbst pflegen können ist kein Nice-to-have. Es ist die Grundlage dafür, dass deine Online-Präsenz lebendig bleibt — und dass die Erfolgsfaktoren einer guten Website auch langfristig wirken. Wähl ein CMS das dir die Kontrolle gibt, lerne die Basics — und mach es regelmäßig, nicht perfekt.

Die beste Website-Pflege ist die, die du tatsächlich machst. Lieber eine gute Änderung pro Woche als den perfekten Relaunch alle 3 Jahre.

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