Landingpage vs. Multi-Page — wann was?
Ob eine einzelne Landingpage reicht oder du eine komplette Website brauchst — und wovon die Entscheidung wirklich abhängt.
Zwei Konzepte, ein Ziel
Beides sind Websites. Aber sie funktionieren grundlegend verschieden:
Landingpage = Eine einzelne Seite. Ein Thema. Ein Ziel. Der Besucher soll genau eine Sache tun: kaufen, buchen, anfragen, herunterladen.
Multi-Page-Website = Mehrere Seiten mit Navigation. Startseite, Über uns, Leistungen, Blog, Kontakt. Der Besucher kann sich informieren, stöbern, verschiedene Bereiche erkunden.
Wann eine Landingpage reicht
Kampagnen und Werbung
Du schaltest Google Ads oder Social-Media-Werbung und willst den Klick in eine Anfrage verwandeln. Hier gehört der Besucher nicht auf deine allgemeine Website — sondern auf eine fokussierte Seite, die exakt das Versprechen der Anzeige einlöst.
Produktlaunch
Du bringst etwas Neues auf den Markt — einen Kurs, ein Produkt, eine Dienstleistung. Die Landingpage erklärt was es ist, für wen es ist und wie man es bekommt. Fertig.
Lead-Generierung
Du bietest einen kostenlosen Download an (Whitepaper, Checkliste, E-Book) und willst im Gegenzug die E-Mail-Adresse. Eine Landingpage mit Formular konvertiert besser als eine Unterseite in deiner Website.
Events und Webinare
Anmeldung zu einem Event. Alle Infos auf einer Seite: Was, Wann, Für wen, Anmeldeformular.
Wann du eine Multi-Page-Website brauchst
Dein Business hat mehrere Facetten
Wenn du drei Dienstleistungen anbietest, die verschiedene Zielgruppen ansprechen, passen sie nicht auf eine Seite. Jede Leistung verdient eine eigene Seite mit eigenem Kontext.
SEO ist wichtig
Google rankt Seiten, nicht Websites. Je mehr relevante, eigenständige Seiten du hast, desto mehr Keywords kannst du abdecken. Eine einzelne Landingpage rankt für 1–3 Keywords. Eine Website mit 20 Seiten kann für 50+ Keywords ranken.
Vertrauensaufbau
Bei höherpreisigen Dienstleistungen (Beratung, Agenturleistungen, B2B) brauchen Besucher mehr Informationen, bevor sie anfragen. Über-uns-Seite, Referenzen, Blog-Artikel, detaillierte Leistungsbeschreibungen — die Erfolgsfaktoren einer guten Website zeigen sich hier besonders deutlich, das eine einzelne Seite nicht leisten kann.
Content-Marketing
Wenn du regelmäßig Inhalte veröffentlichst (Blog, Ratgeber, News), brauchst du eine Website mit Blog-Funktion. Jeder Artikel ist eine eigene Seite, die über Google gefunden werden kann.
Der direkte Vergleich
| Kriterium | Landingpage | Multi-Page-Website |
|---|---|---|
| Aufbau-Zeit | 1–3 Tage | 2–8 Wochen |
| Kosten | 200–2.000 EUR | 2.000–15.000 EUR |
| Conversion-Rate | Hoch (fokussiert) | Niedriger (Ablenkung) |
| SEO-Potenzial | Gering (1–3 Keywords) | Hoch (viele Seiten) |
| Vertrauensaufbau | Begrenzt | Stark |
| Pflege-Aufwand | Minimal | Regelmäßig |
| Skalierbarkeit | Nein | Ja |
| Eignet sich für | Kampagnen, Launches | Langfristige Präsenz |
Die häufigsten Fehler
Fehler 1: Landingpage als Dauerlösung
Eine Landingpage als „Website" zu nutzen, weil es schneller geht. Funktioniert kurzfristig — langfristig fehlt dir SEO, Vertrauensaufbau und die Möglichkeit, verschiedene Zielgruppen anzusprechen.
Fehler 2: Website ohne Fokus
Eine Website mit 15 Seiten, auf der nirgends klar wird, was der Besucher tun soll. Jede Seite braucht einen Call-to-Action. Nicht jede Seite muss verkaufen — aber jede Seite muss ein nächstes Ziel haben.
Fehler 3: Entweder-oder-Denken
Die beste Lösung ist oft beides: Eine Multi-Page-Website als dauerhafte Basis + spezifische Landingpages für Kampagnen und Aktionen. Die Website baut Vertrauen auf, die Landingpage konvertiert.
Der Hybridansatz
Die meisten erfolgreichen Unternehmen nutzen beides:
Website = Dein Schaufenster. Hier erfahren Besucher wer du bist, was du anbietest und warum du die richtige Wahl bist. Organischer Traffic über Google, langfristiger Vertrauensaufbau.
Landingpages = Dein Vertriebsteam. Für jede Kampagne, jede Zielgruppe, jedes Angebot eine eigene Seite. Bezahlter Traffic über Ads, optimiert auf Conversion.
So ergänzen sie sich: 1. Besucher findet dich über Google → Website → informiert sich 2. Du schaltest Ads → Landingpage → Conversion 3. Besucher kommt zurück → Website → vertieft das Vertrauen 4. Newsletter-Empfänger klickt auf Angebot → Landingpage → kauft
Anatomie einer guten Landingpage
Wenn du dich für eine Landingpage entscheidest, diese Elemente müssen drauf:
- Headline — Was bietest du? In einem Satz.
- Subline — Für wen? Was hat der Besucher davon?
- Social Proof — Kundenstimmen, Zahlen, Logos
- Nutzen-Kommunikation — 3–5 Bullet Points: Was bekommt der Besucher?
- Call-to-Action — Ein Button. Klar beschriftet. „Kontakt aufnehmen", nicht „Absenden".
- Kein Menü — Keine Ablenkung. Kein „Über uns"-Link. Nur das Ziel.
Anatomie einer guten Multi-Page-Website
Und diese Seiten sollte eine Firmenwebsite mindestens haben:
- Startseite — Überblick, Positionierung, Vertrauenssignale
- Leistungen — Was du anbietest, für wen, was es kostet (oder zumindest „ab")
- Über uns — Wer steckt dahinter? Gesichter, Geschichte, Werte
- Referenzen/Portfolio — Zeig was du kannst. Echte Projekte, echte Ergebnisse.
- Blog/Ratgeber — Expertise zeigen, SEO-Traffic aufbauen
- Kontakt — Formular, Telefon, Adresse. Niedrige Hürde.
- Impressum + Datenschutz — Pflicht.
Fazit
Landingpage oder Website ist keine Entweder-oder-Frage. Beides hat seinen Platz. Für den Start reicht eine fokussierte Website mit 5–7 Seiten. Landingpages kommen dazu, sobald du gezielte Kampagnen fährst.
Die beste Website ist die, die der Besucher nicht bewundert — sondern die ihn dazu bringt, den nächsten Schritt zu machen.
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